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 Meine eigene Geschichte

Christines Geschichte (geschrieben im Februar 2001):

Bei mir war die eigentliche Geschichte überschattet von der Tatsache, dass  bei meiner Operation ein schlimmer Ärztefehler passierte: In der PDA, die ich zur Schmerzbekämpfung nach der OP bekam, war eine zu hohe Morphiumkonzentration. Dadurch bekam ich am Tag nach der OP einen Atemstillstand.  Glücklicherweise wurde dies von Rolf, meinem Mann und meiner Mutter, die beide bei mir im Zimmer waren, bemerkt. Durch diese Überdosierung war ich zwei Tage sehr krank. Als das Gift dann endlich durch den Körper  abgebaut war, begann die “eigentliche” Genesung.

Im September 2000 wurde bei mir „Pap IV“ festgestellt – Vorstufe zum Gebärmutterhalskrebs. Zunächst sollte nur ein kleiner Eingriff unter Vollnarkose gemacht werden,  um das „unruhige Gewebe“ direkt zu entfernen (Konisation) und im Labor zu untersuchen. Leider stellte sich heraus, dass das “unruhige Gewebe” schon zu ausgebreitet war. Man hat also nur eine Gewebeprobe genommen. Nach  der Untersuchung des Gewebes stellte sich heraus, dass es doch schon Krebs war. Das Stadium wurde als Ib diagnosiziert. Nach weiteren Voruntersuchungen wurde deutlich, dass die Lymphknoten höchstwahrscheinlich nicht  mitbetroffen sind und dass die Methode der Wahl also eine Operation nach Wertheim-Meigs ist.

Die OP selbst verlief gut. Danach geschah allerdings der folgenschwere Fehler: Für die Lösung zur Schmerzbekämpfung, die in  die PDA gepumpt wird, wurde eine zu hohe (10x) Morphiumdosis eingesetzt. (Das hat man allerdings erst am nächsten Tag bemerkt.) Ich wurde nach der OP erstmal ganz normal wach. Ich fühlte mich den Umständen entsprechend  gut. Ich habe mich allerdings sehr gewundert, warum ich immer schlapper werde (statt munterer), aber das habe ich noch auf die Nachwirkungen der Narkose geschoben. In der Nacht nach der OP spürte ich ab und zu einen  merkwürdigen Juckreiz. Durch das Kratzen spürte ich, dass manche Stellen der Haut irgendwie gefühllos waren. Dies meldete ich den Schwestern, worauf meine Haut auf Kälteempfinden getestet wurde. Die Ärzte und Schwestern  hatten schon eine Vermutung in Richtung Morphiumüberempfindlichkeit und die Pumpe mit der (zu hoch konzentrierten) Morphiumlösung wurde durch eine ohne Morphium ersetzt. Dies war aber schon zu spät, denn eine ¼ Stunde  später hatte ich einen Atemstillstand, von dem ich selbst allerdings nichts merkte, da ich für mein Gefühl einfach schlief. Rolf und meine Mutter, die Gott sei Dank in meinem Zimmer waren, alarmierten sofort die Ärzte  und Schwestern und so konnte ich sehr schnell reanimiert werden. Anschließend war ich zwei Tage zur Überwachung der Atmung auf der Intensivstation. Ich hab mich in dieser Zeit absolut elend und krank gefühlt, total  vergiftet. Ich war so schlapp und müde, dass jede Bewegung unmöglich schien. Dennoch konnte ich nicht schlafen, wahrscheinlich weil ich im Unterbewusstsein Angst vor einem erneuten Atemstillstand hatte.
Noch nie vorher in meinem Leben ging es mir so schlecht.

Nachdem das Gift endlich durch den Körper abgebaut war, konnte ich zurück auf die normale Station. Die Genesung von der OP selber ging dann eigentlich sehr gut  und ich hatte, bis auf zwei Stunden fürchterliche Bauchkrämpfe, keine Probleme mehr. Die beste Nachricht war allerdings, dass alle Ränder des entnommenen Gewebes tumorfrei waren, und auch die Lymphknoten waren frei. Das  heißt keine Bestrahlung! Nach 11 Tagen durfte ich nach Hause und seither geht es mir täglich ein Stückchen besser.

Dass ich keine Gebärmutter mehr habe, belastet mich eigentlich nicht. Ich habe allerdings auch zwei  süße Kinder und hatte keinen Kinderwunsch mehr. Schwieriger finde ich es, damit fertig zu werden, dass ich beinahe gestorben wäre. Man denkt ja doch so gut wie nie über den eigenen Tod nach und auf einmal war es eben  doch sehr nahe… Und die Tatsache, dass ich echt eine Krebspatientin bin/war(?), finde ich auch manchmal schwierig zu begreifen, da ich ja vor der OP nie etwas von dem Krebs gemerkt habe und mich auch jetzt  (glücklicherweise) wieder beinahe "ganz normal" fühle.

Ich glaube, dass ich sehr sehr viel Glück gehabt habe...

 

 

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